Am 20. Juni jährt sich der Todestag von Liselotte, kurz Lilo, Herrmann. Sie war eine kommunistische Widerstandskämpferin gegen den deutschen Faschismus und unter anderem auch in Stuttgart aktiv. Schon früh engagierte sie sich in kommunistischen Jugendgruppen und trat 1931 der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) bei. An der technischen Hochschule Stuttgart studierte sie Chemie und anschließend Biologie in Berlin. Für ihre politische Arbeit wurde sie zusammen mit 110 anderen Studierenden der Universität verwiesen. 1934 wurde ihr Sohn Walter geboren, doch er konnte seinen Vater, den Stuttgarter KPD Funktionär Fritz Rau, nie kennenlernen, da ihn die Gestapo 1933 bereits im Gefängnis ermordete.
Lilo zog zurück nach Stuttgart, wo sie weiterhin im Untergrund im antifaschistischen Widerstand kämpfte. Sie leitete beispielweise wichtige Informationen über Rüstungsprojekte der Nazis an KommunistInnen in der Schweiz weiter.
Im Dezember 1935 wurde sie verhaftet und blieb bis zu ihrem Prozess inhaftiert. Trotz zahlreicher Verhöre und erschwerten Haftbedingungen schützte sie ihre GenossInnen und gab den Faschisten keine Informationen.
Am 20. Juni 1938 wurde Lilo hingerichtet.

Gedenkkultur ist nicht nur an einem Tag im Jahr wichtig, sondern sollte in unserem politischen Handeln stets bei uns sein. Wir wollen, nicht nur an Lilo und ihren Kampf erinnern, sondern ihn auch weiterführen. Es ist wichtig antifaschistische Geschichte sichtbar zu machen!
Auch heute zeigt sich immer wieder, dass Rassismus und Faschismus tödlich sind. Gerade in der aktuellen Rechtsentwicklung, zeigt Lilo Herrmanns mutiges Handeln, dass unser Kampf trotz widriger Umstände weitergeführt werden muss.
Kommt deshalb am Samstag, den 20. Juni um 12 Uhr zum Gedenkstein im Unipark (Universitätsgelände Stadtmitte, Keplerstraße 7) und lasst uns gemeinsam Lilo Gedenken.
Erinnern heißt Kämpfen!

 

Facebookveranstaltung: facebook.com/events/275101910514387


Aktionsbündis 8. März Stuttgart
Antifaschistisches Aktionsbündnis Stuttgart und Region
DKP Stuttgart
Linkes Zentrum Lilo Herrmann
VVN-BdA Kreisvereinigung Stuttgart

 

Kurzer Video-Clip:
youtube.com/watch?v=m-DPm4tnu6s&feature=youtu.be


Broschüre des Linken Zentrum Lilo Herrmann:
linkeszentrumstuttgart.org/wp-content/uploads/2017/10/ll-broschuere-onlineversion.pdf

 

 


Am 30. Mai 2020 wurde des Willi-Bleicher-Gewerkschaftshauses in Stuttgart gegen 11:00 Uhr von der neonazistischen Identitären Bewegung besetzt, ein den DGB diffamierendes Transparent entrollt, Kunstblut verspritzt sowie pyrotechnisches Feuer entzündet. Das Transparent trug die Aufschrift „DGB hat mitgeschossen“. Damit wurde eine Verbindung zum tätlichen Übergriff auf rechte Betriebsräte vom „Zentrum Automobil“, die bei Daimler in Untertürkheim ihr Unwesen treiben, im Umfeld einer Demonstration gegen Corona-Beschränkungen hergestellt. Der Angriff entlarvt die Verstrickungen von „Zentrum Automobil“ mit neofaschistischen Kreisen.
Dieser Angriff auf das Gewerkschaftshaus in Stuttgart ist eine neue Qualität des neonazistischen und rechtsextremen Terrors gegen Gewerkschaften. Erstmals nach Ende des Faschismus vor 75 Jahren wurde das DGB-Haus von Faschisten angegriffen.
Die Reaktion des DGB Baden-Württemberg war äußerst verhalten. Zur Kundgebung am 5. Juni wurde nicht öffentlich mobilisiert, nur intern. Auch der Aufruf „Demokratie stärken und schützen“ war angesichts dieser neuen Qualität des Angriffs viel zu defensiv. Selbst gab man sich die Beschränkung auf 150 Teilnehmer, obwohl auch angrenzende Straßen in die Kundgebung hätten einbezogen werden können, wenn der Platz vor dem Gewerkschaftshaus je nicht gereicht hätte. Mobilisiert wurde hauptsächlich über linke Strukturen. Über 300 Kolleginnen und Kollegen kamen, um den Angriff zu verurteilen und ihre Solidarität mit dem DGB zu zeigen.
Der Vertrauenskörperleiter von Daimler Untertürkheim, Miguel Revilla, erinnerte an Willi Bleicher, den Namensgeber für das DGB-Hauses, der selbst Antifaschist und Kommunist war und viele Jahre im KZ verbringen musste. Sein berühmtes Zitat „Du sollst dich nie vor einem lebenden Menschen bücken“, ergänzte Miguel „- und erst recht nicht vor einem Faschisten“. In seiner Rede machte er sehr deutlich, dass sich die Kollegen nicht spalten und einschüchtern lassen: „Eine Ansage an alle Faschisten dieser Welt: Wir überlassen euch nicht unsere Häuser und nicht die Köpfe der Menschen, wir verstecken uns nicht, wir sind mehr und wir sind alle Antifaschisten – wir werden immer und überall, sowie heute, gegen eure Ideologie, die ein Verbrechen ist, kämpfen.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Erklärung der DKP Stuttgart zum Anschlag
Die DKP Stuttgart verurteilt den Anschlag faschistischer Kräfte auf das Stuttgarter Gewerkschaftshaus am 30. Mai.
75 Jahre nach der Zerschlagung des Faschismus müssen wir feststellen, daß Faschisten in unserem Land wieder eine Bedrohung darstellen. Seit Jahren werden Anschläge, Morde etc. von Rechtsextremen wie der Identitären Bewegung verübt und die Staatsmacht schaut zu, schlimmer noch, Polizei und Militär sind von Rechten durchsetzt. Bei Aktionen und Blockaden von Antifaschisten wird von der Staatsmacht der Weg für Faschisten freigekämpft, der ältesten antifaschistischen Organisation der VVN BdA wird die Gemeinnützigkeit entzogen.
Wir haben auch nicht vergessen, daß am 2. Mai 1933 die Gewerkschaftshäuser von den Nazis besetzt wurden und viele GewerkschaftskollegInnen in den Konzentrationslagern gefoltert und ermordet wurden. „Der Schoß ist fruchtbar noch aus dem das kroch“ das Kapital will sich in Krisenzeiten eine Option offenhalten.
Deshalb kämpfen wir gemeinsam gegen Faschismus und Kriegsvorbereitung für eine solidarische Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung.

Erklärung des Zukunftsforums
Das Zukunftsforum Stuttgarter Gewerkschaften verurteilt den am 30. Mai verübten Anschlag auf das Gewerkschaftshaus in Stuttgart und die Besetzung durch die rechtsextreme nationalistische Identitäre Bewegung. Wir können nicht zulassen, dass rechte Kräfte unsere Gewerkschaften angreifen. Wir haben nicht vergessen, dass dieses Haus von 1933 bis 1945 in den Händen der Faschisten war und dass der antifaschistische Kampf zahlreichen GewerkschafterInnen das Leben gekostet hat. Deswegen: Wehren wir den Anfängen. Wir fordern das Verbot aller faschistischen Organisationen.
Wir erklären uns mit dem DGB solidarisch und kämpfen mit ihm gemeinsam gegen rechte Angriffe, gegen Faschismus und Krieg, für eine Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung.

 

 

Aufruf von ver.di Stuttgart:

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
einige von euch haben es sicher durch die Medien erfahren: Am 30. Mai 2020 wurde das Vordach (über dem großen Saal – auf Höhe der ver.di Büros im 3.OG) des Willi-Bleicher-Gewerkschaftshauses gegen 11:00 Uhr von der neonazistischen Identitären Bewegung besetzt, ein Transparent entrollt sowie vor dem Gewerkschaftshaus und auf dem Vordach pyrotechnisches Feuer entzündet. Auf Grund der Rauchentwicklung wurde bei der Feuerwehr und der Polizei Alarm ausgelöst. Zum Glück kam niemand zu Schaden. Aber: Dieser Angriff auf das Gewerkschaftshaus in Stuttgart ist eine neue Qualität des neonazistischen und rechtsextremen Terrors gegen Gewerkschaften. Wir werden uns das nicht bieten lassen, deshalb rufen die Gewerkschaften im Willi-Bleicher-Haus für Freitag, den 5. Juni 2020, ab 14:00 Uhr, zu einer Aktion auf dem Clara Zetkin Platz vor dem Gewerkschaftshaus auf.
Unsere Kundgebung soll ca. 40 Minuten dauern.

Es sprechen:
Martin Kunzmann, DGB BW
Martin Gross; ver.di BW
Roman Zitzelsberger, IGM BW
Nadine Boguslawski, IGM Stuttgart

 Bitte merkt euch diesen Termin vor.

 Unsere Parole heißt auch weiterhin: *Klare Kante gegen Rechts!*

 

 

 

Erklärung des Zukunftsforum der Stuttgarter Gewerkschaften:

Solidarität mit dem DGB

Das Zukunftsforum Stuttgarter Gewerkschaften verurteilt den am 30. Mai verübten Anschlag auf das Gewerkschaftshaus in Stuttgart und die Besetzung durch die rechtsextreme nationalistische Identitäre Bewegung. Wir können nicht zulassen, dass rechte Kräfte unsere Gewerkschaften angreifen. Wir haben nicht vergessen, dass dieses Haus von 1933 bis 1945 in den Händen der Faschisten war und dass der antifaschistische Kampf zahlreichen GewerkschafterInnen das Leben gekostet hat. Deswegen: Wehren wir den Anfängen. Wir fordern das Verbot aller faschistischen Organisationen.
Wir erklären uns mit dem DGB solidarisch und kämpfen mit ihm gemeinsam gegen rechte Angriffe, gegen Faschismus und Krieg, für eine Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung.

 

Erklärung der DKP Stuttgart:

Lieber Bernhard, liebe Kolleginnen und Kollegen,
die DKP Stuttgart verurteilt den Anschlag faschistischer Kräfte auf das Stuttgarter Gewerkschaftshaus am 30. Mai.

75 Jahre nach der Zerschlagung des Faschismus müssen wir feststellen, dass Faschisten in unserem Land wieder eine Bedrohung darstellen. Seit Jahren werden Anschläge, Morde etc. von Rechtsextremen wie der Identitären Bewegung verübt und die Staatsmacht schaut zu, schlimmer noch, Polizei und Militär sind von Rechten durchsetzt. Bei Aktionen und Blockaden von Antifaschisten wird von der Staatsmacht der Weg für Faschisten freigekämpft, der ältesten antifaschistischen Organisation der VVN BdA wird die Gemeinnützigkeit entzogen.

Wir haben auch nicht vergessen, daß am 2. Mai 1933 die Gewerkschaftshäuser von den Nazis besetzt wurden und viele GewerkschaftskollegInnen in den Konzentrationslagern gefoltert und ermordet wurden. „Der Schoß ist fruchtbar noch aus dem das kroch“ das Kapital will sich in Krisenzeiten eine Option offenhalten.
Deshalb kämpfen wir gemeinsam gegen Faschismus und Kriegsvorbereitung für eine solidarische Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung.

 

 

 

Etwa 300 bis 400 Menschen haben am Samstag, den 30. Mai an einer Kundgebung im Schlossgarten unter dem Motto "Ihre Krise... nicht auf unserem Rücken!" teilgenommen. Ein ausführlicher Bericht ist auf der Webseite des Krisenbündnisses Stuttgart zu finden: krisenbuendnis-stuttgart.org